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Anzahl Schwerverletzter im Rösrather Stadtverkehr – Eine traurige Entwicklung

Ein Kommentar von Daniel Gogel

Wer die bundesweiten Verkehrsstatistiken und Studien der vergangenen Monate
aufmerksam verfolgt, dem beschleicht ein ungutes Gefühl. Denn, die Verkehrsdichte
nimmt in Deutschland immer weiter zu. Die Aggression der Menschen hinterm Steuer
ebenfalls. Die Ablenkung durch Smartphones im Kfz ist omnipräsent und es
verunglückten 2024 im Straßenverkehr auch wieder mehr Kinder als die Jahre zuvor.

Zieht man den Rahmen deutlich enger und schaut auf Rösrath kann man diese
Trends problemlos wiedererkennen. Die Straßen sind voll, zur Rushhour und
Schulbeginn gar verstopft und wer mit dem Rad die sogenannten
Fahrradschutzstreifen befährt, braucht bei teils waghalsigen Überholmanövern der
motorisierten Verkehrsteilnehmer viel Mut.

Eine Häufung schwerer Verkehrsunfälle im Stadtgebiet verwundert daher keineswegs
und ist leider auch unter Beteiligung schwächerer Verkehrsteilnehmer regelmäßige
Gewissheit geworden. So sind in den letzten zwölf Monaten mindestens zwei
Fahrradfahrer im Rösrather Stadtverkehr durch Pkw Einwirkung schwer verletzt
worden. Erst jüngst wurde eine 17-jährige Motorradfahrerin schwer verletzt, da ein
Auto ihr die Vorfahrt genommen hat. Darüber hinaus wurde das Fahrrad eines
Schülers an der Freiherr von Stein Schule von einem Automobil überrollt, der Schüler
konnte gerade noch rechtzeitig abspringen und wurde nur leicht verletzt.

In den, teilweisen von Polizeiberichten 1:1 übernommenen Texten, liest man dann in
der Berichterstattung zumeist verharmlosende und realitätsverzerrende Schlagzeilen
wie „Fahrrad kollidiert mit Auto“ oder „Schüler verletzt sich bei Sturz“. Vielleicht
kommt es mitunter daher, dass das Bewusstsein für besseren Schutz schwächerer
Verkehrsteilnehmer in Rösrath nicht sonderlich ausgeprägt ist.

Meiner Meinung nach liegt dies aber viel mehr daran, dass der motorisierte Individualverkehr in Rösrath weiterhin als unantastbar gilt. Wer im Auto sitzt genießt alle Vorzüge und soll nicht mit Maßnahmen wie flächendeckend Tempo 30 innerorts, oder verkehrsreduzierenden Maßnahmen wie Schulstraßen etc. konfrontiert werden. Menschen die solche Maßnahmen im Zuge des Lärmschutzes oder Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer in Rösrath fordern, werden sogar durch die Kommunalpolitik einer „links-grünen Ideologie“ zugeschrieben oder als „Ökoextremist“ bezeichnet.

Diese Maßnahmen sind allerdings auf Grund der oben genannten bundesweiten und
lokalen Entwicklungen längst überfällig und man fragt sich, was noch alles passieren
muss, bis man dem zunehmenden Gefahrenpotential auf den Straßen der letzten
Jahrzehnte endlich konsequent begegnet, auch aber vor allem in Rösrath.

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