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One way, or another

Immerhin, es bewegt sich etwas in der Rösrather Fahrrad-Infrastruktur.

Ob die Öffnung von 6 Einbahnstraßen jetzt wirklich das “große Stück voran” ist, von dem der Kölner Stadtanzeiger schreibt, darf wohl bezweifelt werden. Eher ist es ein kleiner Schritt, wenn auch in die richtige Richtung.

(C) Pexels Siegfried Pöpperl

Bis zu den Sommerferien 2022 will die Rösrather Verwaltung “abschließende Vorschläge” zur Öffnung der 6 Einbahnstraßen im Rösrather Stadtgebiet vorlegen, so der KStA in seinem Artikel.

Jägerstraße als Alternativroute zwischen Forsbach und Rösrath

Von den aufgeführten Straßen ist wahrscheinlich die Forsbacher Jägerstraße die interessanteste Option, würde sie doch – über den alten Bahndamm – eine automobilarme Alternative vom Forsbacher Ortszentrum nach Rösrath City sowie nach Stümpen anbieten.

Die anderen zu öffnenden Einbahnstraßen liegen vor allem zwischen Beienburger, Scharrenbroicher und Brander Straße und stellen hier eher lokal Abkürzungen als echte Alternativrouten dar.

Einfahrt zur Jägerstraße in Forsbach-Mitte

Alternativrouten konsequenter kommunizieren und vernetzen

Die (beabsichtigte) Öffnung dieser 6 Einbahnstraßen ist zunächst allenfalls als kosmetischer Eingriff zu verstehen.

Was es wirklich bräuchte, wäre ein zusammenhängendes Netz von Fahrradwegen für ganz Rösrath, sinnvoll kombiniert aus den bestehenden Hauptrouten und automobilarmen, sicher zu befahrenden Nebenstrecken und Alternativrouten.

In diesem Zusammenhang ist die Öffnung von Einbahnstraßen ein sinnvolles Instrument, sie müsste aber eben auch mit einer konsequenten Kommunikation und Ausschilderung einhergehen.

Wir wissen das ja eigentlich schon länger: Viele Rösrather:innen würden die kurzen Wege des Alltags nur zu gerne mit dem Fahrrad oder E-Bike zurücklegen, wenn es denn nur vernünftige Wege gäbe. Die beiden Hauptverkehrsachsen sind leider trotz der sogenannten “Schutzstreifen” eher Angstzonen und lassen auch in Zukunft kaum einen fahrradfreundlichen Umbau zu.

Also sprechen wir schon seit längerer Zeit von einem Netz aus alternativen Wegen zwischen Rösrath, Forsbach und Hoffnungsthal, welche ja hier und dort auch tatsächlich existieren. Im besten Falle wäre dieses “RöNetz” klar und durchgängig ausgewiesen und würde die Menschen entsprechend dazu animieren, statt dem Auto eben öfter mal das Fahrrad zur Hand zu nehmen.

Keine Frage, in Rösrath tut sich etwas in Sachen Radverkehr, auch wenn man auf der Straße bisher nicht allzu viel davon sieht. Aber genau hier wäre der Hebel anzusetzen – mehr öffentlichkeitswirksame Signale, eben auch durch Wegweiser und Schilder. Für Wandersleute gibt es diese Schilder ja bereits an verschiedenen Stellen, warum also nicht auch für Radfahrende?!

Die nun geplante Öffnung der 6 Einbahnstraßen ist ganz sicher das richtige und wichtige Signal und als erster Schritt sehr zu begrüßen!

Für eine Verkehrswende, die diesen Namen auch verdient, werden die Rösrather Fahrrad-Protagonisten jedoch noch eine ganze Menge weiterer Schritte in die gleiche Richtung anstoßen müssen.

Rösrath ist eine weiter wachsende Stadt und hat bereits jetzt ein Problem mit dem fließenden wie auch dem ruhenden Autoverkehr. Wir werden eine andere, umweltverträgliche und platzsparende Mobilität auf kurzen Strecken brauchen und dafür eben ein entsprechend ausgebautes und ausgewiesenes Radwegenetz – das RöNetz!

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